Das kleine Indianerkind

bei der Schnuller Prüfung

Die große Prüfung

Tief in der Prärie, in einem kleinen Tipi-Zelt, lebt das kleine Indianerkind mit seinen Eltern. Wie jedes Indianerkind in seinem Alter, muss es auch die Prüfung machen, ohne Schnuller auszukommen. Bisher fiel es dem kleinen Indianerkind immer schwer, längere Zeit ohne Schnuller zu leben. Die anderen Kinder lachten ihn bereits aus, denn sie haben alle bereits ihre Prüfung bestanden. Und so versuchte das Indianerkind, immer wieder und wieder seine Prüfung zu bestehen. Doch bisher überstand er immer nur den Tag ohne Schnuller und sobald es ins Bett ging, war der Drang, sich den Schnuller zu nehmen, so groß, dass es sich seinen Schnuller wieder in den Mund stopfte. 

Dieses Mal wollte es durchhalten und die große Prüfung bestehen und ließ den Schnuller liegen.  

Die 1. Nacht

Also schloss das kleine Indianerkind, seine Augen und versuchte so schnell wie möglich einzuschlafen, damit es den Gedanken an seinen Schnuller verlor. 

Bald darauf schlief es friedlich ein, ohne Schnuller, und es fing an zu träumen. 

In seinem Traum begegnete es einem Adler. Der Adler hatte riesengroße Flügel und seine Federn schimmernden in allen erdenklichen Farben. Langsam trat der Adler zu dem Indianerkind und sprach: „Ich habe gehört, du hast heute deinen ersten Tag ohne Schnuller überstanden. Als Belohnung darfst du mit mir eine Runde fliegen und ich zeige dir Orte, die du vorher noch nie gesehen hast. 

  

Das kleine Indianerkind stieg vorsichtig auf den Rücken des Adlers und diese breitete seine Flügel aus und erhob sich in die Lüfte. 

Das Indianerkind war von dem Ganzen so entzückt, dass es gar nicht mehr aufhören konnte mit staunen. Vor lauter Neugierde streckte es seine Arme aus und versuchte, eine der Zuckerwattewolken zu berühren. Sofort löste sich die Wolke auf und verschwand.  

Als der Adler das bemerkte, flog er bis zum Zielort durch jede Wolke, die ihnen entgegenkam.  

Nach einer Weile, sprach der Adler zu dem kleinen Indianerkind: „siehst du das unter uns, das ist das Meer. halte dich gut fest, ich werde mit dir nun da runterfliegen.“
Und so begann der Adler in den Sturzflug zu gehen und stoppte kurz vor der Wasseroberfläche.

Sie waren so nah dran, dass das Indianerkind seine Finger ins Wasser hängen konnte. Als es das tat, schwammen dort innerhalb kürzester Zeit viele kleine und große, bunt schillernde Fische die ihn alle zur Begrüßung nassspritzten.

Plötzlich tauchte ein Riesen großer Schatten auf und kam immer näher und näher.
Der Adler beruhigte das kleine Indianerkind, als er merkte, dass das Indianerkind Angst bekam.

Da sprangen auch schon von allen Seiten Delfine aus dem Wasser. Das Wasser spritzte nur so.
Mit von der Party war auch ein kleines Delfinkind, das schüchtern seine Frage stellte: „Kommst du zu mir ins Wasser spielen?“
Das kleine Indianerkind, wusste nicht, was es antworten sollte, denn es war noch nie in so einem Meer.
Der Adler nickte dem kleinen Indianerkind zu: „Nur Mut, dir kann hier nichts passieren. Ich bin hier.“
Und so hüpfte das kleine Indianerkind vollen Mutes in das Wasser, wo auch gleich Mama Delfin angeschwommen kam und sich als Schwimmbegleiter anbot.

Gemeinsam tauchten Mama Delfin, Baby Delfin und das kleine Indianerkind ab und schwammen in die Tiefe. Dort entdeckte das kleine Indianerkind viele unbekannte Lebewesen, die der Babydelfin ihm zeigte. Es schwammen glibberige Quallen umher, am Boden funkelten die Korallen in wunderschönen Farben und überall lagen Seesterne und Seeigel. Jedes Mal, wenn sie einen Seestern anstupsten, rollte dieser sich zusammen. Weshalb das Indianerkind und der Babydelfin sich immer an einen ran schlichen, um ihn dann zu ärgern.

Nach einer Weile meinte Mama Delfin: „Na los ihr zwei, wir müssen wieder an die Oberfläche, den für das kleine Indianerkind wird es langsam wieder Zeit nachhause zu gehen.“ Und so schwammen sie wieder gemeinsam zum Adler an die Oberfläche und das Indianerkind krabbelte auf den Rücken des Adlers und winkend flogen diese wieder nachhause.

Am Morgen wachte das kleine Indianderkind erholt aus dem Schlaf aus, ohne seinen Schnuller vermisst zu haben.



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